Kalipé
Kalipé · Bergstation auf dem Eggishorn
„Kalipé“ – tibetisch für „immer ruhigen Fußes“ – steht als Leitmotiv für den gesamten Entwurf: Respekt vor dem Berg, Schutz vor den extremen alpinen Bedingungen und ein ruhiger, bewusster Umgang mit dem Ort.
Die vier Gebäude – Bergstation, Forschungsstation, Restaurant und Garage – liegen aufgeständert am östlichen Hang des Eggishorns. Punktfundamente greifen den Fels nur minimal, Wasser und Schnee können ungehindert unter den Baukörpern zirkulieren, die Topografie bleibt weitgehend unangetastet.
Form und Tragwerk leiten sich direkt aus der Urform der Bergschutzhütte ab: dem Zelt. Das Dreieck wird als stabiles Sparren-Bundträger-System ausgebildet, dessen Struktur innen wie außen sichtbar bleibt. Die Dachkassetten reduzieren Schneeverwehungen, die Zinkblechhülle schützt vor Wind, Regen und extremen Schneelasten.
Die Baukörper orientieren sich zur Talseite und öffnen präzise Sichtachsen zum Aletschgletscher, ins Fieschertal und zu den umliegenden Gipfeln. Im Restaurant erhält jeder Sitzplatz durch die in die Sparrenflucht integrierten Dachöffnungen einen eigenen Ausblick – ein stiller Moment von Ruhe und Konzentration auf die Landschaft.
Insgesamt entsteht eine zurückhaltende, fast schwebende Architekturlandschaft, die die alpine Situation respektiert und präzise auf Klima, Topografie und Nutzung reagiert – ganz im Sinne von „Kalipé“: Schritt für Schritt, mit Ruhe und Respekt vor dem Berg.
| Projektname | Kalipé – Bergstation auf dem Eggishorn |
|---|---|
| Typologie | Bergstation mit Restaurant und Forschungsstation |
| Ort | Eggishorn, Fiesch, Schweiz |
| Jahr | 2018 – Masterarbeit (SS 18) |
| Status | Entwurf / Studienprojekt |
| Bauherr | Masterarbeit – ohne realen Auftraggeber |
| Leistungen | Analyse, Entwurf, Konstruktion, Visualisierung |
| Team | Noiselevel – Andreas Hauthal |