Sanaha
Sanaha · Sanatorium am Oderteich
Sanaha ist der Entwurf eines Sanatoriums am Oderteich im Oberharz. Das Studienprojekt untersucht, wie Architektur, Landschaft und therapeutisches Programm zu einem Ort der Erholung verbunden werden können. Im Mittelpunkt stehen Menschen mit stressbedingten, psychosomatischen oder leichten psychischen Erkrankungen. Helle Rückzugsräume, gemeinschaftliche Angebote und der unmittelbare Kontakt zur Natur sollen Orientierung, Entschleunigung und einen neuen Tagesrhythmus unterstützen.
Der Ort ist von der Geschichte des Harzes und seiner wirtschaftlichen Nutzung geprägt. Bergbau, hoher Holzbedarf und spätere Aufforstungen mit schnell wachsenden Fichten haben großflächige Monokulturen entstehen lassen, die heute durch Trockenheit und Borkenkäfer geschwächt sind. Die Landschaftsplanung versteht das Projekt deshalb nicht nur als Eingriff in den Bestand, sondern als Beitrag zum Waldumbau: Rotbuchen, Birken und Bergahorn ergänzen die vorhandenen Fichten und fördern einen widerstandsfähigeren Mischwald.
Die langgestreckten Baukörper liegen wie umgestürzte Baumstämme am bewaldeten Hang und erinnern an den Zustand der Landschaft. Als einzelne Häuser bilden sie ein zurückhaltendes Ensemble zwischen Wald und Wasser. Die Aufteilung des Raumprogramms schafft überschaubare Bereiche, klare Wege und unterschiedliche Grade von Gemeinschaft und Rückzug. Große Verglasungen an den Stirnseiten rahmen den Blick in den Wald und auf den Oderteich.
Das Sanatorium bietet Platz für 60 Gäste. Medizinische und therapeutische Räume liegen gut erreichbar am Eingang und können auch von Tagesgästen genutzt werden. Einzel- und Gruppentherapie, ein Speisesaal für gemeinsame Mahlzeiten und Veranstaltungen, eine Kreativwerkstatt mit Terrasse, drei Gästehäuser mit jeweils 20 Einzelzimmern sowie eigene Aufenthalts- und Arbeitsbereiche für das Personal bilden das räumliche Programm. Ein kleiner Stall erweitert das therapeutische Angebot um die Begegnung mit Tieren.
Der Freiraum folgt den fünf Themen Wasser, Bewegung, Heilen, Ernährung und innere Balance. Plattformen am Hang schaffen Orte für Bewegung, Yoga, Gespräche, Ruhe und den unmittelbaren Kontakt zum Wasser. Heil- und Nutzpflanzen, Kräutergärten und neu gesetzte Laubbäume verbinden die therapeutische Nutzung mit der langfristigen Entwicklung der Landschaft. Gemeinschaft kann entstehen, ohne den Wunsch nach Alleinsein und Rückzug zu verdrängen.
Konstruktiv ist Sanaha als Holzbau konzipiert. Die Fassaden werden mit der japanischen Shou-Sugi-Ban-Technik kontrolliert verkohlt und dadurch widerstandsfähiger gegen Witterung, Fäulnis und Insekten. Die dunkle Hülle setzt sich von der Vegetation ab, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Zeichnungen und Visualisierungen zeigen das Zusammenspiel aus Baukörpern, Waldentwicklung, Innenräumen und wechselnden Licht- und Wetterstimmungen.
| Projektname | Sanaha – Sanatorium am Oderteich |
|---|---|
| Typologie | Sanatorium · Psychotherapie und Psychosomatik |
| Ort | Oderteich, Harz, Niedersachsen |
| Status | Entwurf · Studienprojekt |
| Kontext | Studienprojekt · ohne realen Auftraggeber |
| Kapazität | 60 Gäste |
| Konstruktion | Holzbau · Shou Sugi Ban |
| Leistungen | Zeichnung · Visualisierung |